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Restaurant Atera New York – Chef Ronny Emborg & Team bringen Nacht für Nacht zwei Sterne über Manhattan zum Strahlen

Tresen

Gourmet am Tresen

Der Abend im Atera brannte tiefe Furchen in meine Gehirnregion der guten Gefühle: eine schöne Erinnerung an fantastische, wunderschön präsentierte Speisen, in warmes Licht getauchte Räume, sowie ein entspanntes und fröhliches Beisammensein bei guten Freunden zu Hause.

Schöne introvertierte Innenwelt

Hin und her irrten wir bei der Worth Street 77 im Stadtviertel Tribeca in Manhattan, denn das ist die Adresse des Restaurants Atera, für welches wir eine Reservation hatten. Bei der 77 war es aber dunkel, ein Schaufenster zwar, aber von innen abgedeckt. Ich dachte hier wird irgendwas umgebaut, die sind wahrscheinlich umgezogen. Wir konnten auch kein Schild sehen. Es ist wohl keine Laufkundschaft erwünscht. Das Restaurant Atera will nicht nach aussen auf die Strasse wirken. Aber vielleicht geht es auch darum, dass nichts nach innen dringt, damit die Sinne sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Diese dort von aussen abgeschottete Miniwelt, kam mir als Hochsensible sehr entgegen. Lies dazu auch meinen Artikel: Bist du auch hochsensitiv? Großstadt-Überlebens-Taktiken einer Präriewölfin.

Es gibt zwei Zeiten im Atera, entweder um 18 oder um 21:30 Uhr. Alle achtzehn Gäste kommen miteinander und alle kriegen die gleichen 18-Gänge.

Wir standen also ein wenig ratlos draussen im Dunkeln, aber dann ging auf einmal eine Tür auf. Ein Lichtkegel leuchtete auf die Strasse und die Silhouetten zweier Männer erschienen innen, also gingen wir rein. Zwei adrett gekleidete Männer, einer mit Hipster-Bart, der andere mit Pferdeschwanz, eilten uns entgegen und schälten uns aus unseren dicken Mänteln. Wir waren froh an die Wärme zu kommen, denn draussen zog ein eisiger Wind bei -16°C durch Manhattans Häuserschluchten.

Bar.jpg

Einer der Kellner bat uns dann in einen Lift mit dem es einen Stock höher in einen schummrig beleuchteten Raum ging. Dort standen ein paar Salon-Tischchen mit dunklen Ledersesseln dazu. Am Ende des Zimmers leuchtete eine kleine Bar. Ein Spiegel hier und ein Bild dort zierten die dunklen Wände. Die Atmosphäre in dieser Atera Lounge war warm und gemütlich. Ich hätte dort noch lange verweilen können, aber nach einem Drink ging‘s wieder mit dem Lift ins Erdgeschoss.

Wir wurden dann in den Speisesaal geleitet, ein hoher Raum mit einer um zwei Ecken laufenden Tresen. Wie in einer Arena standen bereits sechs Köche und eine Köchin dahinter startbereit. Kaum sassen wir auf unseren Barhockern ging es auch gleich mit einem Gläschen Champagner los.

Koch

Chefkoch Emborg: Meine Beobachtung und Interpretation

Chef Ronny Emborg, ein Däne, erkannte man nur daran, dass er keine Kochhaube trug, ansonsten fügte er sich organisch in seine Mannschaft ein. Etwa ein Teamplayer der seine Leute geschickt und sensibel auf gleicher Augenhöhe zu leiten weiss? Jedenfalls konzentriert und ohne Hektik bereitete er gemeinschaftlich mit seinen Leuten die Speisen vor. Emborg scheint ein Mann ohne Starallüren zu sein, trotz seiner zwei Michelin-Sterne, eher ein scheuer und introvertierter Schaffer. Ich vermute, er ist einer, der nicht als Person hervorstechen, sondern lieber mit seinen Werken auf die Sinne der Gäste wirken möchte.

 

Die Speisen: Was hängen blieb?

Jede Kreation an diesem Abend war ein Ereignis, aufrichtige und zugleich leicht bekömmliche kulinarische Meisterwerke für die Sinne. Schon nach dem ersten Gang wurde einem bewusst, hier sind Künstler am Werk. Ich schätze solches Können sehr hoch, lies dazu auch meinen Beitrag: Spitzengastronomie: Gute Köche sind Künstler und sollten entsprechend gewürdigt werden.

Das Atera Team ist ein Team zum Anfassen, beziehungsweise zum Anschauen, denn sie wirken und werkelten nicht verborgen in einer Küche. Jeder des Teams, ob Chef Emborg, Kellner, Koch oder Köchin hat uns mindestens einen Gang serviert und vorgestellt.

Ein paar Glanzstücke des Menus

Bier und Kaviar.jpg

Baeri-Kaviar mit Pistazieneis und Biersahne

 

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Foie gras unter Cassis-Gel-Folie mit Erdnusscreme und gerösteten Erdnüssen

 

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Rind mit Petersilien-Knochenmark-Sauce und Broccoli

 

Mohrenkopf.jpg

Miso-Caramel mit stupaförmigem Mohrenkopf

 

Trotz den achtzehn Gängen, fühlte ich mich am Schluss nicht vollgestopft. Für uns war die Menge perfekt. Zum Schluss waren wir aber ziemlich betrunken, weil wir haben das Menu mit Wein begleiten lassen. Die Weine waren so umwerfend, dass wir einfach nichts stehen lassen konnten. Es war eine grosse Reise rund um die Weingebiete dieser Erde. So wurden die Köstlichkeiten ergänzt mit fermentierten Trauben wie Heida aus dem Schweizerischen Wallis oder Grenache aus dem Barossa Valley in Süd-Australien bis zu Riesling von den Ufern der Mosel.

Man kann übrigens die Gänge auch mit Tee begleiten lassen. Das wäre nur einer der vielen Gründe nochmals hinzugehen.

 

Die Atmosphäre: Was nachklang?

Wie eingangs schon erwähnt, bot das Atera eine ganz besondere und unvergessliche Atmosphäre. Michelin-Sterne-Restaurants können manchmal steif sein, aber nicht alle und das Atera schon gar nicht. Dort herrschte von Anfang an ein sehr lockeres und lässiges Ambiente. Nicht nur das Sitzen am Tresen beeinflusste dies, es spielten noch andere Komponente mit. Aus den Lautsprechern trällerten lässig Stimmen von Künstler und Künstlerinnen des Genre Pop wie Rhianna, Justin Timberlake, Grace Jones, Tom Petty, Lady Gaga oder Wham.

Jeff

Aber auch die Kellner trugen dazu bei, dass wir uns aufgehoben und wie bei guten Freunden zu Hause fühlten. Jeff, der Typ mit dem Hipsterbart, Kellner und Tee-Kurator unterhielt uns auf amüsante Weise. Immer mal wieder deutete er mit ein paar Hüftschwüngen ein Tänzchen an oder füllte ein Glas mit Trockeneis, dessen Rauch er dann effektvoll in sein Jackett schüttete. Ausserdem liess er das Handy eines Gastes verschwinden. Dieser, ein junger Asiate, hatte ein sehr extravagantes Handy in Form einer Ajax-Sprühputzmittelflasche. Als dieser auf der Toilette war, ersetzte Jeff das Handy und legte dem Gast stattdessen eine richtige Ajax-Sprühputzmittelflasche an seinen Platz auf den Tresen. Der Gesichtsausdruck des Asiaten, als er zurückkam und nach seinem Handy greifen wollte, war unschlagbar. Wir haben alle sehr viel gelacht an diesem Abend. Und hinterher fühlte es sich fast an, als hätten wir tatsächlich diese guten Freunde in New York.

Atera logo

Dieser Beitrag ist nicht gesponsert.

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Alles Liebe Nadia

 

[Copyright © Nadia Sbilordo]

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