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Klettern in Leonidio und Kyparissi, Peloponnes, Griechenland

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Wiedererwachen in einen Traum aus Farben

Als ich Anfang März 2015 zum ersten Mal nach Leonidio kam, musste ich mir echt die Augen reiben ab den bunten Felsbändern, die sich von der Küste ins Land hinein an Leonidio vorbeizogen. Träumte ich gerade oder war dies wirklich real?  Es musste wahr sein, denn ich sah Farben.

Drei easy Autostunden südwestlich vom Athener Flughafen an der Ostküste des Peloponnes haben die Leonidier ihre Häuser dreieinhalb Kilometer Inland direkt unter dem imposanten 250 Meter hohen Red Rock errichtet. Enge Gassen ziehen sich dort durch eine malerische Gemeinde, wo Blumen, Orangen- und Zitronenbäume den grauen Steinhäusern fröhliche Akzente setzen. Das Strassenbild ist geprägt, von gutmütigen Herren auf hölzernen Stühlen vor Kaffees, die uns schweigend mustern, bis einer der Vorbeikommenden dem andern zurief: „Jassass, ti kanete?“ Und der andere antwortete: „Poli kala äfcharisto. Kä ässis?“ Gut kann ich ein paar Brocken griechisch und weiss sogleich, dass sie freundliche Menschen sind und nicht über mich Fremde lästern. Nicht jeder in Leonidio spricht englisch. Mit ein paar Floskeln kann man hier Tür und Tor zu Herzen öffnen. Daher habe ich am Schluss dieses Beitrags einen kleinen Griechisch Crash-Kurs niedergeschrieben.

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Weil es mir und meinem Mann so gut gefallen hatte, sind wir heuer (Februar 2016) verstärkt durch zwei Klettercrack-Freunde nochmals über die Felsen von Leonidio hergefallen. In diesen sieben Tagen konnten wir nur einen Bruchteil der Klettergebiete auskundschaften, die es in Leonidio mittlerweile schon gibt. Dieser Beitrag ist also nur ein kleiner Ausschnitt und wiedergibt, was die Klettereien betrifft, die Ansichten und Einschätzungen dieser Vierergruppe. Die drei Männer wurden jeden Tag beim Feierabendbier von mir mit Fragen gelöchert.

Klettern und Erschliessen

Erschliessen

Bereits 1986/87 wurden an Leonidios Red Rock ein paar Routen eröffnet, aber dann fiel das Kletter-Leonidio in einen über zwanzigjährigen Dornröschenschlaf. Erst 2008 wurde es von ein paar Athenern wieder wachgeküsst und zählt mittlerweile 700 Routen (Stand März 16).

Viele Routen sind zwar bereits eröffnet, aber massenweise unberührte felsige Schönheiten warten noch auf ihre Eroberer. Wer also über eine Bohrmaschine, gutes Erschliesser-Knowhow und -Ethik verfügt, ist herzlich willkommen. Für Informationen betreffend neuen Routen oder noch zu erschliessenden Wände, fragst du am besten im Café Panjika nach.

Hast du tatsächlich die Absicht in Leonidio oder sonst wo in Griechenland neue Routen zu eröffnen, dann lies unbedingt hier den Abschnitt ‘Equipping New Routes in Greece’.

Klettern

Klettern in Leonidio ist sehr vielfältig. Die Palette erstreckt sich von überhängenden Sinter, bis steiler Leisten- und Lochkletterei, zu plattigen Routen. Es hat in Leonidio Routen in den Graden 4-9a. Viele Wände sind nach Süden exponiert, daher ist Leonidio ein gutes Winterklettergebiet. Es gibt aber auch einige Gebiete, die in wärmeren Jahreszeiten ideal sind und es werden immer mehr.

Nähere Infos zu den Routen und News findest du auf den Web-Seiten Climbing Leonidio und Climb in Leonidio, wo es einen Online-Kletterführer zum Herunterladen gibt oder auf dieser Facebookseite. Aber nun zu den von uns besuchten Sektoren:

Elona / Έλωνα

Ist einer der Aushängeschild-Sektoren von Leonidio. Dort reihen sich grandiose Syntersäulen aneinander. Die zwei Königslinien, die jeder machen will, sind The Diet Dope (7a+) und The Battle of Succession (7b+). Topos und Zustiegsbeschreibung findest du hier: Έλωνα

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Rechts das Felsband hoch gibt’s anscheinend noch Besseres, Härters und Längers. Und weiter oben, wo das Band wieder kürzer wird nun neu auch leichtere Routen im 6. Grad, die teilweise schon fertig sind. Genauere Infos kann dir sicher Michael Schreiber einer der zwei in Leonidio hängen gebliebenen Berliner und Mitglied der Panjika Kooperative geben, welchen ich dieser Tage dort oben mit der Bohrmaschine herumhantieren sah.

Kloster

Nach dem Klettern kannst du noch das kleine Kloster besuchen, das wunderschön wie ein Adlerhorst in einer versinterten Höhle nistet. Zieh dir was über, nimm aber deine Wollmütze vom Kopf, wenn du die Kapelle betrittst und spende dort ein paar Euro.

Panorama (Elona)

Etwas weiter oben von Elona erreichst du nach einer etwa 15minütigen Wanderung die Nordostwand von Panorama. Dort ist es kühl und man trifft auf etwas glatteren Nordfels.

Panorama.jpg Wenn’s an dem Tag nicht so arschkalt gewesen wäre, hätten wir sicher noch länger dort geklettert, weil hier gibt’s ein paar wunderschöne Routen. Zwei meiner Kletterkollegen fanden die Monodeos 7b sogar eine der schöneren in Leonidio, jedenfalls mitunter eine der abwechslungsreichsten: Einfingerloch, plattig, aber auch steil bis überhängend und ausdauernd. Panorama Infos

Hot Rock

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Der Hot Rock ist in jeder Beziehung hot. Vom Hot Rock hat man 1. einen sensationellen Ausblick auf Leonidio, trifft 2. auf bis 40 Meter lange sexy Routen und muss sich 3. an sonnigen Tagen zwischendurch unter Oliven-Bäumchen und Salbei-Büsche am Einstieg kriechen, um sich abzukühlen.

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Der Hot Rock ist ein sehr abwechslungsreicher Sektor. Festkrallen kann man sich in dieser senkrechten Wand an Löchern, Leisten und versintertem Fels. Die Routen sind gut abgesichert, bei leichteren Passagen muss man aber etwas über die Hacken klettern. Der Hoty dieses Sektors ist unbestritten der 40 Meter lange Verschneidungs-Klassiker Mayor (6b). Aber auch die Routen Roze (6b), Drasi (6c), Helen (6c), etc. sind ein Genuss. Für Topos und Zustiegsbeschreibung klicke hier.

Yellow Wall

Noch besser gefallen als Hot Rock hat mir und meinen drei Jungs aber der sehr kleine Sektor an der gelben Wand. Es gibt zwar nur fünf Routen dort, aber dafür sind sie lang (ausser Karl Marx 6c+), knackig und abwechslungsreich. Man trifft genauso auf versinterte Stellen wie auf Löcher, muss zwischendurch mal eine kräfteraubende Leistenpassage passieren, wird aber sogleich wieder von leicht überhängenden Henkeln erlöst. Im siebten Kletterhimmel fand ich mich wieder in der 40 Meter langen Yellow Submarine (6c). Traumhaft! Infos gibt’s hieryellowwall.jpg

Neue Sektoren rechts von der Yellow Wall

15 Minuten Nahkampf durch stachelige Büsche nach Westen von der Yellow Wall gibt’s noch einen neuen kleinen Sektor mit etwa sechs Routen in senkrechtem grauem grauenhaft scharf aussehendem Broccholi-Kalk, der anscheinend zum Klettern freigegeben sei, aber Topo gabs noch nicht. Wenn man von den Broccholis nochmals 5 Minuten hochsteigt, ist dort noch ein neuer Sektor am Entstehen mit hammermässiger Aussicht aufs Meer. Mindestens eine Route war schon kletterfertig, eine sehr coole überhängende orangerotgrauschwarzweisse Tufahangelei.

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Cave of Patagonia

Die drei oberen Tufa-Routen der Cave of Patagonia: Edlinger 7a, Güllich 7a und Berhault 7a+ an solidem Fels, ähnlich wie in Thailand, sind Weltklasse. Unbedingt empfehlenswert! Topo

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Twin Caves

Wie Zwillinge sehen die beiden Höhlen jedenfalls nicht aus, nicht mal wie zweieiige. In der grösseren sehr beeindruckenden Höhle gibt’s schwere sehr überhängende athletische Routen an Sintersäulen und löchrigem Fels. Die Felsqualität hier ist härter und besser als bei Mars. Vromika Myala 7a+ und Bonobo 7b sind super Touren.

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Ein paar Meter weiter unten links ausserhalb der Höhle befindet sich ein graues flaches Wändlein mit leichteren Routen, ein schmerzfreies Schuppen-Paradislein in grauem Kalk.

Der Sektor Twin Cave ist also ein Gebiet, wo die ambitionierte und athletische Bergziege genauso auf ihre Kosten kommt, wie ihr eher gemütliche bierbauchige Kuschelbär.  Twin Caves Topo

MarsMars3

Wie bei den Twin Caves befinden sich in der Höhle von Mars schwerere Tufaüberhänge und links an einer senkrechten grauen Wand ein paar leichtere Routen. Nur ist der Charakter bei diesen leichteren Routen nicht schuppig, sondern löchrig. Uns erinnerte es ein wenig an Finale. An dieser Wand am besten gefallen hat mir Biosphäre 6b+.

Der Fels in der Cave ist weicher als in anderen Höhlen und wird unserer Einschätzung nach schneller abgeklettert sein. Wer aber gerne Stalaktiten stemmen und umarmen, oder an Sintersäulen krallen und hangeln mag, der wird Mars lieben. Checking out: Spaceman Spiff 6c, Boubouki 6c+ plus Extension 7a+ sowie Mystère et boule de gomme 6c+. Ein Topo liegt auch vor Ort auf.

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Kyparissi

Kyparissi ist kein Sektor. Kyparissi ist ein etwas südlich von Leonidio gelegenes abgeschiedenes Dorf – noch. Zumindest bis zu unserem Aufenthalt fehlte eine direkte Anbindung. Fuhr man bei Leonidio weiter endete man nämlich im nächsten Dorf in Poulithra in einer Sackgasse. Es gibt da so eine Geschichte, dass die Strasse nicht weitergebaut wurde, weil man Angst hatte alle Touristen an Kyparissi zu verlieren, weil es so wunderschön sei. Daher mussten wir nach Kyparissi eine gute Stunde über die Berge fahren, was allerdings sehr schön war. Eine Verbindungsstrasse der Küste entlang ist im Bau und sollte im Frühjahr 2016 fertig gestellt sein, also eigentlich jetzt. Kyparissi wäre oder ist ab dann endlich an die restliche Welt angebunden.

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Kyparissi möchte nämlich auch ein bisschen wie Leonidio sein. Und das ist gut möglich, denn das Felspotential dort ist grandios. Daher hat die Gemeinde Geld investiert, um in der Gegend Routen zu erschliessen. Einige Gebiete sind bereits fertig, aber auch hier warten noch viele Weltklassefelsen auf ihre Eroberung.

Wir sind nur einmal nach Kyparissi gefahren, haben den brandneuen Sektor Jerome’s House beklettert und den Sektor Watermill begutachtet.

Jerome’s House

Dieser Sektor hat uns gut gefallen, aber nicht nur der grandiose Tiefblick das steile Geröllfeld runter ins Meer und die umliegenden zerklüfteten Klippen, sondern auch die herausfordernden Routen erfreuten uns. Dieser Sektor erinnerte uns etwas an die Calanque in Südfrankreich.

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Der Fels an Jerome’s House war vom Charakter her ganz anders, als die Felsen, die wir in Leonidio gesehen haben, so eine Art zusammengemanschter Dreck mit versteinertem Erbrochenem darüber, was zu scharfkantige Dellen und Löchern führte. Die Routen fanden wir recht hart bewertet, also so wie es unserer Meinung nach eigentlich real wäre. Obwohl die Routen sehr schön waren, haben wir hier etwas gekämpft. Die plattigen Teile waren unübersichtlich und die Griffe teilweise sehr schmerzvoll.

Ich hatte etwas Mühe beim Zustieg. Als nicht so trittsichere Tussi, dieses Geröllfeld zu queren, dass nur angedeutete Wegspuren hatte, war für mich die grösste Aufregung des Tages. Für meine drei Begleiter (erfahrene Alpinisten) war dies allerdings kein Problem.

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Watermill

Nach Jerome’s House war unsere Fingerhaut dermassen abgewetzt, dass wir den Sektor Watermill leider nur noch angucken konnten. In ein paar Minuten vom Parkplatz fanden wir uns wieder in einem Mega-Tufa-Paradies. Besonders der Bereich von der Route Asclepius bis Jeromes The Gangster sahen hammermässig aus. Wir hatten die grösste Mühe unseren Sintersäulen-Gangster Tobi von dort wieder zurück nach Leonidio zu locken, so hingerissen war er von diesen vielen wilden Schönheiten. Also, unbedingt hingehen! Kyparissi Topos zum Runterladen

So, das war’s von mir über die Klettergebiete. Wer diese Ausführungen ergänzen mag, kann dies unten unter Kommentare sehr gerne tun oder mir schreiben. Ich würde mich freuen.

Falls du dich auch noch für andere Kletterdestinationen interessierst, dann abonniere diesen Blog (siehe Sidebar rechts) oder folge mir auf Facebook oder schau gelegentlich unter der Kategorie Bock auf Rock nach. WP_20160221_20_35_46_Pro.jpg

Après-Climb

Klettern ist nicht alles. Essen, trinken und schön wohnen ist genauso wichtig, daher geht’s hier gleich weiter mit meinen Erfahrungen zur gastgewerblichen Situation in Leonidio.

Dieser Beitrag ist nicht gesponsert.

cAfE pAnjIka

In Leonidio gibt’s seit September 2015 den Treffpunkt der Panjika Cooperative. Das Panjika ist Coffeeshop, Fairtrade-Laden, Mini-Klettershop und der Ort in Leonidio, wo Informationen rund ums Klettern zusammenlaufen. Siehe ihre Facebookseite.

Das Panjika war während unser Woche in Leonidio unser Wohnzimmer. Hier gab’s gutes Bier, das aus einer Microbrewery in Argos stammt. Im Panjika verwöhnen sie die Gäste auch mit feinen Häppchen, Salaten und Kuchen, würzigem Mountain-Tea und gutem Kaffee. Dort begegnet man nicht etwa nur Kletterern, das Publikum ist ein bunter Mix aus der Dorfbevölkerung, Junge genauso wie auch Ältere. Sehr beliebt ist es bei Frauen, was sehr verständlich ist, da in den Tradtions-Kaffeehäusern meist nur Männer sitzen. Hier wurde eine Oase geschaffen. Das Café ist sehr nett eingerichtet und die Wände sind von dem Berliner Graffitimaler Christian Wahle bemalt, der selber Kletterer, Routenbauer und einer der Mitglieder der Kooperative ist.

Panjika

Das Schmausi braucht ein schönes Hausi

Wer schon auf meinem Blog unter Live in Style und delikat essen herumgestöbert hat, weiss, dass ich ein Leckermaul bin und es mir als Vielreisende enorm wichtig ist, dass mein temporäres Zuhause sich auch wie eines anfühlt. Daher werde ich mich in diesem Blogpost auch ausführlich dem leiblichen Wohl widmen.

Hausen

Unterkünfte gibt es in der Gegend viele. Wir waren beide Male im Hotel Archontiko Hatzipanayotis und obwohl man sich diesen Namen nicht merken kann, würden wir wieder dort absteigen. Das Hotel Archontiko Hatzipanayotis ist eine Perle und liegt superzentral, sozusagen Down Town Leonidio. Vom Hotel Archontiko Hatzipanyotis ist man in einer Minute auf der Bank, beim Gratis-Dorf-Parkplatz, bei der Früchtehändlerin, bei der lustigen, liebenswürdigen nicht englischsprechenden Marmeladenfrau Rodomelo, in der Apotheke, beim Barbier, in der Taverna Metropolis, in der Konfiserie, beim Zahnarzt, beim Souvlaki-in-Pita-Takeaway, in der Pizzeria En Leonidio, der Bäckerei und was sehr wichtig ist im Café der Kooperative Panjika.

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Das Hotel Archontiko Hatzipanyotis ist ein kleines charmantes 4-Sterne-Haus aus Naturstein, wo man in Liegen auf der Terrasse und im Innenhof wunderbar chillen und die Kletterer am imposanten Red Rock beobachten kann. Das Personal, alles Frauen, sind sehr freundlich. Morgens servieren sie einem ein reichhaltiges Frühstück aus biologischen und regionalen Produkten. In unserem Superior Double Room haben wir uns wie Burgfräulein und Ritter gefühlt und das kostete inklusiv Frühstück gar nicht mal viel.

Schmausen

Leonidio  ist jetzt nicht DIE Kulinarik-Destination. Das Essen ist zwar gut, aber nach einer Woche wird einem etwas langweilig. Klettern könnte ich hier länger, aber essen eher nicht. Dieses Problem hatte ich aber auf all meinen Griechenlandreisen. Die griechische Küche ist zwar ehrlich, aber mir fehlt es trotzdem etwas an Kreativität und Raffinesse, aber ich bin ja auch etwas extrem in dieser Beziehung. Trotzdem finde ich, das müsste nicht sein, denn Leonidio ist mit so einer Fülle an frischem Gemüse, Salaten und Früchten gesegnet. Das ‘Farm-to-Table’, das zurzeit in der USA total hip ist, ist hier kein marketinginjizierter Trend, sondern ganz natürlich und selbstverständlich. Am Taleingang direkt hinter dem Kiesstrand haben die Leonidier gigantische Gemüsegärten angelegt, da wundert es nicht, dass Leonidio auch als Garten Dionysos bezeichnet wird. Ein Appartment zu mieten und gelegentlich selber zu kochen, ist daher auch eine Überlegung wert.

Taverna Metropoli

Im Metropoli gibt’s griechische Mama-Kost: Fleischbällchen in Tomatensauce, Bohnen in Tomatensauce, Lamm in Tomatensauce, … Obwohl das Angebot nicht sehr variantenreich ist, ist das Metropoli mein Lieblingsrestaurant. Das Essen ist wirklich gut, ausserdem punktet das Metropoli mit seiner Kaminfeuergemütlichkeit. Der Wein, sie hatten nur Hauswein, ist ungeniessbar und anderen hatten sie leider nicht. Das ist schade, weil ganz nahe von Leonidio liegt NEMEA eines der besten Weingebiete Griechenlands.

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Pizzeria En Leonidio

Dieses Restaurant ist vom Interieur her für mich unbestritten das Schönste, eine tolle Location mit vielen alten Gegenständen darin. Das En Leonidio zauberte uns dank echtem Steinofen im Garten sehr leckere Greekstyle-Pizzas auf den Tisch. Es gibt hier aber auch andere Speisen.

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Der Hauswein ist hier besser. Aber auch hier gibt’s keinen leckeren Nemea-Wein. Diesen kann man aber im Kaba-Laden gegenüber kaufen und hierher mitnehmen, weil der Laden und das Restaurant gehören irgendwie zusammen, wie konnte ich nicht aus dem Besitzer herauskriegen.

Dolphin Restaurant

Das Dolphin liegt im Dorfteil Plaka am Hafen und ist das beste Restaurant in Leonidio, behauptete jedenfalls der etwas hyperaktive, aber sympathische Besitzer des Dolphin. Das Dolphin ist zwar gut, aber das Essen ist nicht besser, als bei den andern. Hier kriegt man aber den besten Service geliefert. Der Besitzer ist ein echter griechischer Gastgeber, ein wirklicher Vollblutgastronom. Er lässt einem keine Sekunde vor leeren Tellern und Gläsern sitzen. Und wenn er keinen Flaschenwein mehr hat, schickt er schnell einer seiner Stammgäste los. Zum Schluss gabs noch Weltklasse-Caramelpudding von seiner Mama und Orangen zum mitnehmen.

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Taverna Michael & Margaret

Diese Taverna, die auch am Hafen liegt, erinnerte innen etwas an ein Fussballvereinslokal, war aber trotzdem gemütlich. Ähnlich wie in der Pizzeria gibt’s hier viele Dinge anzugucken und so wird man etwas abgelenkt von den eher langweiligen griechischen Speisen. Immerhin hatten sie sehr feines Moussaka und Taramasalata. Das war mal eine Abwechslung. Hier gab’s sogar Flaschenwein, zwar nur Rose, aber der war gut. Und zum Abschied haben sie uns einen gigantischen etwa zehn Kilo-Sack Orangen geschenkt. Kohl und Tomaten haben wir abgelehnt, da wir ja im Hotel wohnten.

So, das war’s auch schon, nun gibt’s noch, wie Anfangs angekündigt, meinen Schnellsprachkurs. Eins-zwei-drei und schon bist du voll dabei:

Griechisch-Crash-Kurs

  • JASSASS ist so wie das schweizerische GRÜEZI, oder das SERVUS in Österreich und Bayern. Das ist das wichtigste Wort und man muss es einfach draufhaben, wenn man in Leonidio durchs Dorf geht und es auch unentwegt sagen.
  • ÄFCHARISTO – DANKE ist das zweitwichtigste Wort. Es scheint ziemlich schwierig zu sein. Ich hatte eine glatte Woche um es meinen drei Klettermännern einzuprügeln. Da musste ich mich echt fragen, ob diese Männer neben Muskeln auch Hirn haben oder nur einen Kopf für Felsen. Mann-o-mann hat mich das Nerven gekostet.
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  • TO LOGARIEASMO, PARAGALO – DIE RECHNUNG, BITTE. Das aber ist doch total leicht und logisch. Kriegt man dann einen mit griechischen Hieroglyphen vollgekritzelten Zettel präsentiert, muss man aber schon mal nachfragen mit welchen Exponenten berechnet wurde und welcher Betrag davon nun ans Steueramt geht.
  • ist nicht nö, nein gerade andersrum.
  • OCHI ist eines der Lieblingswörter der Griechen, wie man ja gesehen hat, als die EU ihnen ihre rigorosen Sparmassnahmen aufdiktieren wollte. Die Griechen haben auch früher schon mal ein lautes NEIN gesagt und daher feiern sie jeden 28. Oktober den nationalen Ochi-Tag.

Möchtest du die eine oder andere Bekanntschaft in Leonidio etwas vertiefen, dann lies, bzw. lern hier weiter. Frag bei jeder Gelegenheit:

  • TI KANIS? – WIE GEHT ES DIR? Oder höflicher:
  • TI KANETE? – WIE GEHT ES IHNEN?

Und falls der andere zuerst gefragt hat, muss es wie aus einer Pistole aus dir rausschiessen:

  • POLI KALA, ÄFCHARISTO. KÄ ÄSSIS/ÄSSI? – SEHR GUT, DANKE. UND IHNEN/DIR?
  • Möchtest du den attraktiven Griechen neben dir in der Route kennenlernen, frag doch einfach nach seinem Namen: POS SE LENE?

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Da wird er dir höchst wahrscheinlich antworten: ME LENE Yiannis, Giorgos oder Panos, denn so heissen fast alle Griechen. Die Frauen heissen übrigens fast immer Eleni. Das ist Helene auf Griechisch. Falls die schöne Helene nicht nur atemlos, sondern auch schön ist, kannst du ihr sagen: ISÄ POLI OREADU BIST SEHR SCHÖN. Frauen hören das nämlich gern.

So, hier endet jetzt aber meine Griechisch-Einführung. Dir das AGAPI MU und SAGA PO beizubringen, überlasse ich dann lieber mal Eleni oder Yiannis.

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Wenn du Freunde hast, für die dieser Artikel interessant sein könnte, dann teile ihn doch mit ihnen. Das würde mich sehr freuen.

Äfcharisto poli

Nadia

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[Copyright © Nadia Sbilordo]

 

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  1. https://www.amazon.de/clouddrive/share/WUSMgpc2OyQEnf03E6PkZDx2M33BZqIIGRQvxbHYZqN

    Einige Fotos von Kyparissi und Klettergebiet.
    Für mich eins der schönsten Klettergebiete‘ besonders im Frühjahr. Vergleichbar mit EnVau Calanque, Grand Canyen du Verdon, Red Rock in Colorado, Yosemite, Bavella Korsika i, da die Felsgestaltung mit Zapfen,Säulen und Henkeln einzigartig ist
    Die Farben sind einmalig und als Kunst der Natur zu bezeichnen.
    In Kyparissi ist das Hotel Paraliako auf Kletterer eingestellt.

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