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Klettern auf Tasmanien, Australien

 

Tassies grosse Kletterwelt

Die Insel bietet Möglichkeiten, die wohl für ein ganzes Klettererleben ausreichen. Vielfältig über die ganze Insel gestreut, hat es für jeden und jede Passendes. Es gibt Klettereien, die sind in weit abgelegener Wildnis, aber es hat auch einfach zugängliche Spots. Die Insel bietet eine Palette von Sport- bis Trad- und von Alpin- bis Klippenkletterei.

Ausser in den Bergregionen ist das Klima auf Tasmanien recht mild. Im Flachland kann man das ganze Jahr klettern. Während der australischen Kontinent im Sommer glüht, geniesst man auf Tasmanien angenehme Temperaturen, die selten über 30°C steigen.

Hobart

Wir waren für zweieinhalb Wochen im Hochsommer Dezember/Januar 17/18 in Tasmanien. Für uns war das viel zu kurz. Am liebsten wären wir für immer geblieben. Lies dazu meinen Artikel: Liebesbekenntnis an eine Insel

Der Kletterführer von Gerry Narkowicz, Climb Tasmania umfasst 456 Seiten. In dieser kurzen Zeit konnten wir nur wenig Kletterspots besuchen. Unsere Wahl fiel auf Organ Pipes, The Moai, Totem Pole und Paradiso im Süden, Blackwood und Hillwood im Norden, Trial Harbour im Westen sowie South Sisters, The Hazards und die White Water Wall im Osten.

Der Süden

Der Süden umfasst aus Klettersicht die Hauptstadt Hobart und die Halbinsel Tasman Peninsula mit dem geschichtsträchtigen Ort Port Arthur.

Hobart

Organ Pipes

Organ Pipes Wand.jpg

Die Organ Pipes liegen über der beschaulichen Stadt Hobart, die stark an eine englische Kleinstadt erinnert. Die Felswände sind an der Südflanke des Mount Wellington, welchen man mit dem Auto erobern kann. Wir hatten uns die Organ Pipes für den letzten Tag unserer Reise aufgespart, was ein Fehler war. Für die Organ Pipes hätten wir mehr Zeit einberechnen sollen. Daher bringe ich sie gleich zu Beginn dieses Artikels zur Sprache, damit du nicht denselben Fehler machst.

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Von den Organ Pipes hat man einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt Hobart, wenn der Berg nicht gerade von Nebelschwaden ummantelt wird.

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Die Organ Pipes lohnen sich aber nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch wegen der fordernden Kletterei an wunderschönem griffigem Dolerit-Gestein.

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Die Organ Pipes liegen zwar nur 1000 Meter über Meer gelten aber als alpines Klettergebiet. Wie bereits erwähnt, kann der Nebel die Gegend plötzlich einlullen und dann kühlt es schnell ab – auch im Hochsommer. Die Organ Pipes umfassen ungefähr 600 Routen, wobei die meisten davon Trad-Klettereien sind. Es gibt aber auch einige mit Bohrhacken ausgerüstete Wand- und Pfeilerrouten. Also, egal ob du Sport- oder Tradkletterer bist, ein paar Tage für die Organ Pipes einzuplanen lohnt sich.

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Tasman Peninsula und Port Arthur

Der Moai Tower, der Totem Pole und der Paradiso befinden sich rund um die Tasman Halbinsel. Der Tasman Peninsula ist ein sehr wilder Ort mit gigantischen steil zerklüfteten Klippen, die man auch wandernd und per Boot erkunden kann. Ausgangsort ist das ehemalige britischen Sträflingslager Port Arthur. In Port Arthur begann einst die Besiedelung Tasmaniens durch die Weissen. Man kann dort die Überreste der Stätte besuchen und in dieses dunkle Kapitel britischer und tasmanischer Geschichte eintauchen.

Maoi Tower

The Moai

Der Moai ist eine 35 Meter hohe Felsnadel, die aber nicht wie der Totem Pole direkt im Meer steht. Trotzdem ist es ein kleines Unterfangen dort zu klettern. Um zum Moai zu gelangen muss man erst 90 Minuten der Küste entlangwandern und dann über eine Klippe abseilen.

Zustieg MaoiMaoi Titel

Ist das Meer ruhig, ist es am Fusse des Moai richtig gemütlich. Es ist angezeigt sich früh aus dem Bett zu schälen. Der Moai ist sehr beliebt, hat aber nur drei Routen – ein leichte, eine schwere und eine harte.

maoi climb 2Tiefblick MaoiMaoi 2

Am Schluss des Tages muss man wieder die Klippe hochklettern und die 90 Minuten bis zum Parkplatz zurückwandern.

Zustieg Maoi 2

Totem Pole

Für den Totem Pole startet man vom gleichen Parkplatz wie für den Maoi, aber geht 90 Minuten in die andere Richtung entlang der Küste. Der Totem Pole gilt als der ‚grand price of tasmanien rockclimbing‘. Lies dazu mein Artikel: Totem Pole – Traum eines jeden Kletter-Helden

The Paradiso

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Der Paradiso gilt als eines der besten Sportklettergebiete Tasmaniens. Man gelangt auf einer ungefähr einstündigen Wanderung dorthin.

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Der an den meisten Stellen etwa 35 Meter hohe überhängende Paradiso hat etwa 27 Routen. Er ist eher etwas für Hardmover. Es gibt aber auch ein paar leichtere Routen.

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Wenn die Wellen hochgehen, kann es beim Paradiso recht ungemütlich, ja gar gefährlich werden. Als wir dort kletterten, waren die Wellen schätzungsweise drei bis fünf Meter hoch. Während des Tages wurde das Meer trotz schönem Wetter immer ungemütlicher, was uns und auch die anderen Kletterer bewegte aufzubrechen.

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Der Norden

Mit der Gegend um Lauceston im Norden Tasmaniens bin ich am wenigsten warm geworden, obwohl sie aus kletterperspektivischer Sicht als die wichtigste Gegend gilt. Mir war es zu dicht besiedelt und die Natur zu unspektakulär. Wir haben während drei Tagen zwei Klettergebiete erkundet.

Hillwood

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Im Klettergebiet Hillwood waren wir unter einigen anderem an der Waiting Wall und am Leviathan. Diese zwei, aber auch weitere Wände dort sind sehr speziell in ihrem Erscheinungsbild. Sie sehen aus wie riesige Puzzle. Bei diesen Rätseln muss man keine Puzzlesteine suchen, aber etwas Vernünftiges, woran man sich halten kann. Die Ränder der Puzzlesteine sind an vielen Stellen nicht so gut zu halten, die Risse sind zu schmal. Es ist anspruchsvolle feingriffige Kletterei.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Zustieg ist teilweise leicht, aber bei einigen Wänden nicht ohne. Es geht es über eine hügelige Wiese mit Bäume und Büsche. Die Landschaft schaut ganz lieblich aus. Aber Obacht, während man wie üblich in Australien den Boden nach gefährlichen Schlangen scannt, kann man dort partout in die Fänge einer giftigen Spinne geraten. Das Buschwerk ist dort voll von riesigen Spinnennetzen, um die man besser einen Bogen macht.

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Blackwood

In Blackwood waren wir am Sektor American Woman. Diese Kletterei befindet sich auf halbem Weg rauf zum Mount Blackwood. Es ist eine kleine Sandsteinwand in dichtem Wald. Dementsprechend gestaltete sich der Zustieg. Dieser ist zwar kurz, aber recht unangenehm. Man muss sehr steil durch dichtes Unterholz hochstapfen und sieht nicht wo man hintritt. Auch die Kletterei hat mir nicht gefallen. Die Felsen sind kurz und etwas sandig.

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Der Westen

Dem Westen haben wir nicht viel Beachtung geschenkt. Wir sind nur zwei Nächte dort geblieben, weil wir keinen Platz finden konnten, wo wir mit unserem Camper hätten frei stehen können. Der Wald dort ist so undurchdringbar, dass man ohne Machete keinen Meter weit kommt. Die Campingplätze bei Zeehan und Trial Harbour waren alle sehr voll und dicht bevölkert. Wir mögen das nicht. Also blieben wir nicht länger.

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Goldrush

Wir haben im Westen also nur einen Tag geklettert und zwar nur eine einzige Route. Das Ambiente, die zweimal 45minütige abwechslungsreiche Küstenwanderung von Trial Harbour zur Goldrush Wall und zurück, sowie die fantastische 20 Meter hohe Quarzader-Kletterei waren aber so schön, dass es sich völlig ausbezahlt hat. Um die Route Goldrush abzusichern, muss man Carrots mitbringen.

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Der Osten

Der Osten hat mir persönlich am Besten gefallen. Er verführt mit seinen langen, einsamen Sandstränden – einfach wunderschön. Wir hatten Glück, während unseres ganzen Aufenthalts dort wurden wir mit hochsommerlichem Wetter und warmen Temperaturen verwöhnt. Auch wenn das Wasser wohl nur um die 18°C war, liessen wir es nicht aus jeden Tag an einem anderen Traumstrand ins wunderbar türkisene Meer zu springen.

White Water Wall

Die White Water Wall Klippen-Trad-Kletterei vom Feinsten. Der Fels ist wunderschön und griffig. Aber wie gesagt Hacken hat es keine auch keine Standhacken. Wenn man weiss wo, richtet man sich gleich zu Beginn eine Abseilstelle ein, die runter auf eine Meeresterrasse führt, ansonsten steigt man erstmal etwas umständlich ab und rollt das Feld von unten auf.

White Water 5White Wall 2White Water 1White Water 3

Sehr schön ist auch der Campingplatz oberhalb der Klippe im Wald. Dort kann man freistehen. Mit unserem Camper konnten wir leider nicht dorthin fahren, dafür war die Strasse zu abenteuerlich und wir hatten diesbezüglich schon unsere Erfahrung gemacht. Wie ich in meinem Artikel: Liebesbekenntnis an eine Insel bereits erzählt habe.

South Sisters

Die South Sisters sind eine Erhebung mit einem Fire-Outlook. Es empfiehlt sich nicht mit einem Camper bis ganz nach oben zu fahren. Besser parkt man etwas weiter unten, wo rechts flach eine Forststrasse weggeht.

South Sisters 2OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERASouth Sisters 5

Zu den Klettereien rund um den Outlook, die dort im Wald verstreut sind, kommt man von diesem Parkplatz leicht zu fuss in zirka 20-30 Minuten. Die verschiedenen Felstürme sind nicht hoch, die Klettereien und der Eukalyptuswald, in dem die Felsen stehen aber ganz schön.

The Hazard

The Hazard am Sleepy Bay ist ein grösseres Klettergebiet mit teilweise weit auseinanderliegenden Sektoren.

Küste2

Eigentlich war geplant an der gigantischen ins Meer abfallenden Granitwand, der Hazard Main Wall zu klettern. Der Zustieg war für mich jedoch zu schwierig, daher mussten wir umkehren. Die Planänderung war dann zum Inchman Crag zu gehen, den wir ewig nicht gefunden haben. Hin und her, auf und ab stiegen wir. Als wir dann nach etwa einer Stunde endlich hingelangten, konnten wir nicht verstehen, warum wir ihn so lange nicht finden konnten.

Sleepy Bay 2

Der Inchman Crag entpuppte sich dann als kurz und sehr hart, ausserdem war es an diesem Tag viel zu heiss und die Sonne brannte bereits voll in die Wand, also blieben wir nicht lange.

Küste3

So, dass war mein kleiner Einblick in die grosse Kletterwelt Tasmaniens. Wie eingangs erwähnt, waren wir zu kurz dort. Ich empfehle sich für diese wunderschöne Insel mehr Zeit zu nehmen, vielleicht einen Monat oder gar mehr.

Falls du Anmerkungen hast zum Klettern auf Tasmanien, schreib unten deinen Kommentar.

Nadia

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[Copyright © Nadia Sbilordo]

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