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Bin ich eine Kulturbanausin, weil ich den Fokus meiner Reisen auf Natur und nicht auf Leute und Kultur setze?

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Die Route Namaste, Kolob Canyon, Zion National Park, Utah, USA

Menschen meiden und mit Gazelle und Gepard in der Serengeti weiden

Warum ich sogenannte Kulturreisen nicht mag, hat wahrscheinlich etwas mit meinem empathisch-hochsensitiven Wesen zu tun.

Wie funktioniert empathisch-hochsensitiv?

Die Empathisch-Hochsensitivität wirkt sich bei mir so aus, dass ich die Stimmungen von Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung oft derart spüre, als wären es meine eigenen. Es ist für mich daher schwierig zu unterscheiden, was ist meins und was ist seins. Das ist sehr anstrengend und ich bin nach kürzester Zeit erschöpft.

Aus diesem Grund ziehe ich es auch auf Reisen meistens vor mich in der Natur aufzuhalten und nicht in Städten. Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Wie ich diese jeweils unbeschadet überlebe, kannst du in meinem Beitrag lesen: Bist du auch hochsensitiv? Großstadt-Überlebens-Taktiken einer Präriewölfin

Selbstverständlich darf es schon ein paar Menschen haben. Ich mag es mich mit ihnen auszutauschen und auch Zeit gemeinsam zu verbringen, aber ich schätze es ebenfalls, wenn mal niemand um mich herum ist. Überlaufene Strände, Skipisten oder Klettergebiete sind mir ein Gräuel, das ist für mich kein schönes Naturerlebnis. Ich liebe die totale Stille, wo ich mal nur meinen Herzschlag und meine Gedanken höre.

Portland on Sunday

Sonntags in Portland, Südengland

Land statt Leute

Wenn ich also reise, steht bei mir nicht das Kennenlernen von Menschen und ihrer Kultur im Vordergrund, sondern die Naturschönheiten dieser Welt zu erleben. Das Zusammentreffen mit Menschen ergibt sich nämlich ganz von selbst. Ab vom Schuss kommt man mit den Ansässigen eher ins Gespräch als in der Stadt, im Museum oder in der Tempelanlage, wo sich eh nur Touristen aufhalten.

Was also allgemein unter Kulturreisen verstanden wird, ist gar nicht mein Ding. Man könnte mich also als Kulturbanausin bezeichnen. Aber ich sehe das nicht so, denn ich verstehe unter dem Begriff Kultur auch noch etwas Anderes.

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Touristen vor dem Glockenturm in Prag, Tschechien

Was ist also mein Verständnis von Kultur?

Kultur ist sehr viel mehr als Kunst und historische Bauten. Kultur ist im Prinzip alles, was Menschen erschaffen. Die Soziologie bezeichnet als Kultur alle durch den Menschen geformten Lebensbedingungen in einem historischen oder regional abgrenzbaren Raum. Durch die Globalisierung, den regen Austausch von Informationen, sowie der starken und schnellen Migration ist ein Kulturgut jedoch nicht mehr klar zuordenbar, alles vermischt und verwässert sich.

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Wildwestkultur, Jackson Hole, Wyoming, USA

Omas Socken sind Kult(ur)

Menschen erzeugen also fortwährend Kultur, auch wenn sie etwas ganz Simples kochen. Der Salat, den du dir heute Mittag zurechtgemacht hast, ist ein Kulturgut, auch die Socken, die dir Oma früher gestrickt hatte (die sind vielleicht sogar Kult) und ebenfalls der gepflügte Acker des Bauern. Jedoch naturbelassene Natur ist nicht Kultur. Aber dafür die Gedanken, die du beispielsweise von andern übernommen hast, um dir daraus deine eigene Meinung zu einem politischen Thema zu bilden, sind Kultur.

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L.Bar, Hotel Gastwerk, Hamburg

Global Travel Art ist Kultur

Demzufolge ist auch mein Magazin Kultur. Dies aber nicht etwa, weil das Wort Art (Kunst) im Namen vorkommt. Die Kultur ergibt sich erst, wenn ich meine Ansichten zu dem Gesehenen und Erlebten rund um die Welt selektiv und subjektiv in einem Bild aus Texten, Karten, Videos und Fotos darstelle. Es sind zwar keine UNESCO-Kulturerben, die ich zum Gegenstand meiner Artikel mache, aber Boutique-Hotels, die von Menschen gebaut oder Speisen, die von Köchen und Köchinnen kreiert wurden, sind auch Kultur. Ja sogar, die von mir vorgestellten Klettergebiete und Kletterrouten, die von Routenbauer erschlossen wurden, sind Kulturgüter.

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Melissa auf der Mauer, Konzerthaus Schüür Luzern, Schweiz

Kultur für die Sinne

Ich mag am liebsten Kultur, wo man etwas mit möglichst vielen Sinnen erleben kann. Gutes Essen ist toll oder die Schweizerische Landesaustellung Expo 02 beeindruckte mich tief oder die Mikro-Bierbraukunst in der USA spricht mich an. Ich liebe die Massagekultur Thailands und ich mag es mir gelegentlich ein richtig laut krachendes Rockkonzert oder eine Technodisco auf die Ohren hauen zu lassen. Laute Musik hilft mir mich vor den Launen der Menschen abzuschirmen, das stumpft mich ab und das ist in meinem Fall Balsam.

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City of Rocks, National Reserve, Idaho, USA

Kultur in der Natur

Am meisten Spass macht mir aber das freie Denken und Ideen für Texte spinnen. Das funktioniert aber nur, wenn mein Sinn-System nicht mit fremden Gefühlslagen beeinträchtigt wird und das geht am besten im Kokon meiner vier Wänden oder draussen im Wald, auf der Wiese oder in der Prärie. So entsteht meine Kultur oft auch in der Natur.

Was macht dich zu einem kulturellen Menschen? Welche Art Kultur formst oder lebst du?

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Lander, Wyoming, USA

Web-Artikel gehören übrigens zur Kultur der modernen Online-Gesellschaft, aber auch solche zu lesen und zu kommentieren. Ich würde mich freuen.

Alles Liebe Nadia

[Copyright © Nadia Sbilordo]

»

  1. Hallo Nadia
    schöner intr. Beitrag von dir. Aber im Gegensatz zu lauter Rockmusik: Hast du auch schon was gehört von “ Las mejores obras del canto gregoriano “ . Wenn ich diese Musik bei mir im stillen Kämmerlein höre, dann liege ich nicht mehr auf meinem Sofa sondern auf einer Wolke oder sitze in einer grossen Kathedrale. Auch sind mir schon die Tränen gekommen. Uebrigens kann man diese Musik auch laut hören. Wenn du möchtest kann ich dir eine CD ausleihen. Es nimmt mich wunder, wie du auf diese Musik reagierst. Ich glaube schon sehr sensibel.

    Zum gut essen muss gar nicht soweit gehen. Ich war kürzlich im Majenrisli in Baar. Ich sage dir, ich habe schon sehr lange nicht mehr so gut gegessen, eine gute Adresse.

    Freundlichen Gruss
    Albert

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Albert

      Danke für dein Feedback.
      Ja, die Musik kenne ich und finde sie auch sehr berührend.
      Was gutes Essen angeht, brauche ich mich glücklicherweise nur in die eigene Küche zu stellen.
      Liebe Grüsse

      Gefällt mir

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